Fragen & Antworten

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Häufig gestellte Fragen zur Behandlung und Versorgung in unserer Praxis

Eigentlich stört es mich nicht so sehr, dass meine Zähne schief stehen. Warum könnte es trotzdem Sinn machen eine Behandlung durchzuführen?

Nicht jede Fehlstellung führt zu funktionellen Problemen. Es gibt allerdings bestimmte Situationen, in denen im Laufe der Zeit Beschwerden entstehen können. Wenn zum Beispiel der Unterkiefer durch eine Fehlstellung dauerhaft in ein Kiefergelenk gedrückt wird, können sich Schmerzen entwickeln.

In welchem Alter ist es sinnvoll eine Behandlung zu beginnen?

Das hängt von der Fehlstellung ab. In der Regel beginnt man die kieferorthopädische Behandlung im Alter von 9 – 11 Jahren. Auf diese Weise kann man das natürliche Wachstum des Patienten ausnutzen und etwas lenken.
Bei manchen Fehlstellungen macht es allerdings Sinn schon früher anzufangen. Zum Beispiel wenn ein sogenannter Kreuzbiss vorliegt. Die hierbei vorliegende Fehlverzahnung kann das Wachstum in eine falsche Richtung lenken.
Zwar kann man auch bei 14 – 16 jährigen Patienten noch das Restwachstum ausnutzen, dies macht jedoch einen höheren apparativen Aufwand notwendig.
Prinzipiell sind Zähne ein Leben lang beweglich. So ist es möglich, auch bei Erwachsenen eine Fehlstellung zu korrigieren.

Kann eine Behandlung auch im Erwachsenenalter erfolgen?

Bleibende Zähne lassen sich das ganze Leben bewegen. Dies macht es möglich, auch beim Erwachsenen Zahnfehlstellungen zu korrigieren. Da die Umbaureaktion des Knochens nicht mehr so schnell wie bei einem Kind ist und man nicht mehr das Wachstum ausnutzen kann, sind allerdings häufig spezielle moderne Spangen notwendig.

Wird die Behandlung von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen?

Hier muss zwischen Kindern und Erwachsenen unterschieden werden:

  1. Bei Kindern werden die Kosten für die Zahnspange von der Krankenkasse übernommen, wenn die Fehlstellung einen bestimmten Schweregrad übersteigt. Entscheidend ist hier die Einordnung in das sogenannte KIG-System (Kieferorthopädische Indikationsgruppen). Im KIG-System wird jede Art von Fehlstellung in 5 verschiedene Schweregrade eingeteilt. Um eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse auszulösen muss bei mindestens einer Fehlstellung der Schweregrad 3 erreicht werden.
    Ist dies der Fall, übernimmt die Krankenkasse zunächst 80 % der Behandlungskosten. Die restlichen 20 % sind wie eine Art Pfand. Diese muss der Patient direkt an den Kieferorthopäden entrichten, in der Regel in vierteljährlichen Raten. Wenn die Behandlung zu Ende geführt und nicht vom Patienten oder vom Kieferorthopäden abgebrochen wurde, erhält der Patient diese 20 % von der Krankenkasse zurück.
  2. Erwachsene erhalten für die kieferorthopädische Behandlung bis auf wenige Ausnahmen (s. §28 Abs. 2 SGB V) keine Kostenübernahme durch die Krankenkasse.

Wird die Behandlung von der privaten Krankenkasse übernommen?

Ob die private Krankenkasse die Behandlung übernimmt, hängt von dem individuellen Vertrag ab. In vielen Fällen ist auch die Beihilfe beteiligt. Einige private Krankenkassen übernehmen nur die Behandlung von Kindern.

Wie lange dauert die Behandlung?

Bei der Dauer der Behandlung kommt es vor allem auf den Schweregrad und die Art der Fehlstellung an. In der Regel beinhaltet die Behandlung zwei Phasen. Zu Beginn der Behandlung erfolgt meist eine Behandlung mit einer losen Spange. Im Anschluss erhält die Mehrzahl der Patienten noch eine feste Spange, da man mit der losen Spange nicht alle Zahnfehlstellungen korrigieren kann.
Daran schließt sich dann noch eine Stabilisierungsphase (Retention) an, deren Dauer ebenfalls individuell bestimmt wird.

Wie häufig muss ich zu Kontrollterminen erscheinen?

Bei losen Spangen reicht es in der Regel, wenn in Abständen von 4-6 Wochen eine kurze Kontrolle erfolgt. Bei dieser schauen wir nach, ob mit dem Tragen alles klappt und nehmen kleine Korrekturen vor.
Mit einer festen Spange ist hingegen eine Kontrolle alle 4 Wochen notwendig. Moderne Spangensystemen machen es möglich, den Abstand zwischen den einzelnen Terminen auf 5-6 Wochen zu strecken.

Muss ich trotzdem noch zum Zahnarzt gehen?

Wichtig ist, dass die halbjährlichen Untersuchungen beim Zahnarzt weiterhin stattfinden. In unserer Praxis achten wir sehr genau auf die Mundhygiene unserer Patienten. Der Hauszahnarzt ist allerdings der Experte für das frühe Erkennen einer beginnenden Karies.
Außerdem liegt die Individualprophylaxe in seinen Händen. Wenn es nötig ist kann er auch schützende Flouride verschreiben und so dem Entstehen einer Karies vorbeugen.

Muss eine feste Spange sein?

Nicht in allen Fällen. Allerdings muss man sich dann häufig mit einem Kompromiss zufrieden geben. Denn mit einer losen Spange lassen sich nicht alle Zahnfehlstellungen korrigieren. Insbesondere wenn Zähne gedreht stehen oder ohne zu kippen verschoben werden müssen, so ist dies ohne feste Spange nicht zu lösen.

Ich habe von unsichtbaren Spangen gehört. Ist das möglich?

Die moderne Kieferorthopädie macht es möglich, eine Reihe von Fehlstellungen mit unsichtbaren Spangen zu korrigieren. Dies ist allerdings vom individuellen Befund abhängig.
Es gibt hierbei im Wesentlichen zwei Möglichkeiten:
1. Die Korrektur kann über eine nahezu unsichtbare Schiene erfolgen.
2. Eine feste Spange kann in einigen Fällen auch auf der Zungenseite der Zähne befestigt werden und ist somit von außen nicht sichtbar.

Müssen für die Behandlung Zähne gezogen werden?

Aufgrund modernerer Behandlungsmethoden ist es heutzutage seltener notwendig bleibende Zähne zu ziehen. Es gibt allerdings Fälle, bei denen so wenig Platz zur Verfügung steht, dass die Situation nicht ohne das Ziehen von Zähnen zu lösen ist.

Entstehen durch die Spange Schmerzen?

Durch die Spange kann es zwischenzeitlich zu einem Druckgefühl an den Zähnen kommen. Dies lässt sich nicht immer ganz vermeiden. Viele Patienten berichten uns aber, dass sie kaum Probleme hatten. Wenn richtige Schmerzen auftreten, ist das insbesondere bei der festen Spange allerdings ein Grund bei uns vorbeizuschauen.

Kann ich mit der festen Spange alle Speisen essen?

Nach dem Einsetzen der festen Spange sind die Zähne etwas druckempfindlich. Deshalb empfehlen wir in dieser Phase weiche Speisen. Mit besonders harten Speisen solltest du während der Behandlung vorsichtig sein und diese eher meiden. Die Gefahr ist bei diesen, dass sich Teile der Spange lösen oder ein Bracket abfällt. Um nicht ganz auf Äpfel, Möhren und Ähnlichem verzichten zu müssen, können diese klein geschnitten werden.

Muss eine Behandlung mit einem Außenbogen (Headgear) erfolgen?

Der Außenbogen ist ein wirksames Mittel, insbesondere um die dicken Backenzähne im Oberkiefer nach hinten zu schieben. Leider ist er aber auch ein Gerät, das nicht sehr schön aussieht. Es gibt moderne Alternativen, die die gleichen Aufgaben weitgehend unsichtbar erledigen können.

Die Behandlung ist abgeschlossen und die Zähne stehen gerade. Wie kann ich sicher stellen, dass die Zähne gerade bleiben?

Nachdem man die feste Spange entfernt hat, haben die Zähne die Tendenz wieder etwas an ihre ursprüngliche Stelle zurück zu wandern. Deshalb muss das Ergebnis stabilisiert werden; entweder mit einer losen Spange oder besser noch mit einem auf der Innenseite der Vorderzähne festgeklebten Draht (Retainer).

Wenn es noch weitere Fragen gibt, sprechen Sie uns einfach an. Wir beantworten sie gerne!